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ARDS - Informationen zur Patientenübernahme

ARDS/ECMO-Zentrum

Mitglied des ARDS Netzwerks Deutschland
(www.ardsnetwork.de)

24 Std. Notfallkontakt zur Übernahme von
ARDS-Patienten: +49 (0)931 201-22222

Kontakt:
PD Dr. Thomas Wurmb
PD Dr. Ralf Michael Muellenbach

Bitte benutzen Sie den ARDS Anamnesebogen

Definition des ARDS

Beim schweren Lungenversagen (Acute Respiratory Distress Syndrome, ARDS) handelt es sich um ein akutes Krankheitsbild, welches durch ein nicht-kardial bedingtes Lungenödem, Atelektasen mit Rechts-Links-Shunt, sauerstoffrefraktäre Hypoxämie, pulmonale Hypertonie und Schädigung der alveolären Basalmembran gekennzeichnet ist. Es kann durch eine Vielzahl an Pathomechanismen ausgelöst werden. Hierzu zählen unter anderem Aspiration, Pneumonie, Lungenkontusion, Beinaheertrinken, toxische Gasinhalation Sepsis, Verbrennung, Polytrauma, Massivtransfuion, disseminierte intravasale Koagulopathie, akute Pankreatitis, Eklampsie, sowie Luft- und Fruchtwasserembolie. Das ALI/ARDS wird wie folgt definiert:

Kriterien ALI ARDS  
Beginn Akut Akut  
Oxygenierung PaO2/FiO2 ≤ 300 mmHg ≤ 200 mmHg  
Röntgen-Thorax bilaterale Infiltrate bilaterale Infiltrate  
pulmonal-arterieller Wedgedruck ≤ 18 mmHg bzw. kein Hinweis auf Linksherzbelastung ≤ 18 mmHg bzw. kein Hinweis auf Linksherzbelastung  

Standardverfahren beim ARDS

1. Lungenprotektive Beatmung

Die Haupttherapiemaßnahme der schweren Gasaustauschstörung während des akuten Lungenversagens stellt nach wie vor die mechanische Beatmung mit positiv-endesxspiratorischen Druck dar. Als Standard gilt eine lungenprotektive Beatmungsstrategie mit reduzierten Tidalvolumina (6 ml/kg ideales Körpergewicht (IBW)) und Begrenzung des Plateau- bzw. Spitzendruck auf 30-35 cmH2O. Zusätzlich gilt es den positiv-endexspiratorischen Druck individuell zu optimieren und einzustellen. Durch diese Strategie sollen weitere beatmungsassoziierte Lungenschäden (Ventilator Induced Lung Injury, VILI), wie das Baro-, Volu-, Atelekt- oder Biotrauma, reduziert werden.

2. Lagerungstherapieverfahren

  • 135 Grad sowie Bauchlagerung
  • kontinuierliche kinetische Lagerungstherapie im Rotorest-Bett
  • Optimierung des Ventilations-Perfusionsverhältnisses (V/Q) mit Verbesserung der Oxygenierung

Erweiterte Therapieoptionen bzw. Rescue-Verfahren, die bei Versagen einer konventionellen Beatmungsstrategie an unserem Zentrum durchgeführt werden:

1. Hochfrequenz-Oszillations-Ventilation

  • Möglichkeit der Verbesserung des Gasaustauschs durch Zunahme der alveolären Rekrutierung
  • Reduktion der Tidalvolumina (ca. 0,8 – 3,3 ml/kg ideales Körpergewicht)
  • potentielle Erniedrigung des Volu-, Baro- und Atelektraumas

2. Pumpenlose extrakorporale Lungenassistenz (iLA, pECLA, av-ECLA)

  • extrakorporale CO2-Elimination, dadurch eine Verbesserung des Gasaustauschs sowie eine weitere Reduktion der Tidalvolumina < 6 ml/kg IBW möglich
  • potentielle Erniedrigung des Volu- und Barotraumas

3. Veno-venöse extrakorporale Membranoxygenierung (blutschonende
    Zentrifugalpumpen)

  • Einsatz sowohl als extrakorporale CO2-Elimination im low-flow als auch als temporärer kompletter Lungenersatz im high-flow-Modus (Oxygenierung und Ventilation, Rescueverfahren bei schwerer Hypoxämie)
  • Beatmungsverfahren während ECMO: BIPAP, CPAP/ASB, HFOV

4. NO-Beatmung

  • potentielle Verbesserung des V/Q-Verhältnis mit verbessertem Gasaustausch

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